Faszientraining & Stretching

Das Faszientraining ist ein fortschrittliches Trainingsverfahren, welches auch als Bewegungstherapie angewandt wird. In dem Zusammenhang liefert es eine neue Alternative zu den konventionellen Sport-Programmen wie dem Krafttraining und ergänzt dessen Effizienz durch aktuelle Erkenntnisse über die Anatomie des Menschen. Im Zentrum steht daraufhin die kontinuierliche Leistungssteigerung des Bindegewebes, auch als Faszien bezeichnet. Im Allgemeinen spricht ein solches Fitnesssystem daher die unterschiedlichsten Körperpartien an und kann in den verschiedensten Bereichen angewandt werden. Dabei zeichnen sich die Faszien durch mehrere Merkmale aus, die ihnen ihre Bedeutsamkeit für den Bewegungsapparat schenken. 

Die Faszien – wertvolles Fasernetz mit vielfältigen Aufgaben

Die Faszien sind das Bindegewebe des Körpers und lassen sich als faseriges Netz beschreiben. Jenes erscheint transparent oder weiß und beinhaltet einen ausgeprägten Anteil an Kollagenfasern sowie vereinzelten Elastinfasern. Grundsätzlich befindet sich das Fasernetz im gesamten Körper, umhüllt Organe und ist für eine Reihe von Prozessen verantwortlich. Hierzu zählt:

  • die Beweglichkeit
  • die Stabilisierung des Körpers
  • die Übertragung des muskulären Kraft
  • die Koordinationsfähigkeit
  • der Austausch von Stoffen zwischen den inneren Organen
  • der Schutz der Organe vor einer Muskelreibung
  • die Kommunikation mit dem Nervensystem
  • die Körper-Modellierung

Dazu nutzen die Faszien ihre vorhandenen Sensoren, über die sie sämtliche Bewegungsabläufe oder auch Schmerzreize steuern können. Aus diesem komplexen Zusammenspiel ergibt sich der Einfluss des Fasziengewebes auf den Körper und dessen Leistungsfähigkeit.

So gilt, je mehr Kollagenfasern vorhanden sind und je geschmeidiger sich das faserige Netz darstellt, desto belastbarer ist der Bewegungsapparat. Insbesondere die Anpassungsfähigkeit der Faszien sorgt hier für die Effizienz eines gleichnamigen Trainings. Das unterstützt dann das Bindegewebe in seiner Funktionalität und fördert es auf die unterschiedlichsten Arten. Eine Fitness-Methode, die sich jedoch erst in der modernen Zeit etablieren konnte. Die Grundlage dafür bildeten diverse Studien über die Entstehung von Verletzungen bei sportlicher Betätigung, die völlig neue Resultate hervorbrachten.

Faszientraining

Entstehung des Faszientrainings – Resultat verschiedener Forschungsergebnisse

Das Faszientraining wurde erstmals im Jahre 2012 von Divo Gitta Müller und Robert Schleip erwähnt, als Sportwissenschaftler zu der Einsicht kamen, dass ein Großteil der Schäden des Bewegungsapparates nicht aufgrund von Bandscheibenproblemen, instabilen Knochen oder einer schwachen Muskulatur stammen, sondern von Funktionsstörungen im Bindegewebe. Schließlich konnten selbst bei Muskelfaserrissen meistens keine Verletzungen der eigentlichen roten Muskelfasern nachgewiesen werden. Stattdessen zeigten sich die Schäden eher in den weißen Verlängerungen der Fasern.

Basierend auf den versierten Untersuchungen entwickelte sich dann die These, dass das fasziale Gewebe für die Leistungsfähigkeit des menschlichen Körpers unverzichtbar ist und ein simples Muskeltraining oder Kardio-Programme jenen nicht ordnungsgemäß stabilisieren können. Um folglich eine perfekte Fitness-Einheit zu kreieren, die den Körper funktionsfähig macht, wurde das Faszientraining ins Leben gerufen. Seither erfreut es sich einer steigenden Präsenz und avancierte binnen kürzester Zeit zu einem entscheidenden Faktor des gewöhnlichen Fitnesstrainings. Dazu verfolgt es eine Vielzahl an positiven Effekten, von denen die betreffenden Sportler profitieren.

Ziele des Faszientrainings – ganzheitliches Konzept für verschiedene Schwerpunkte

Das Fitnessprogramm für die Faszien hat starke Auswirkungen auf den Allgemeinzustand des jeweiligen Sportlers. Immerhin führt das mangelhafte Training des Bindegewebes zu vielen Problemen mit langfristigen Folgen. Wer sich beispielsweise das Fasernetz eines jungen und aktiven Menschen anschaut, findet eine elastische Netzstruktur sowie eine Wellenstruktur und die Faszien bewegen sich voller Geschmeidigkeit übereinander. Auf diese Weise sind sie fähig, dem Körper seine Belastbarkeit zu geben und den differenten Ansprüchen standzuhalten.

Mit zunehmendem Alter, durch übermäßigen Stress oder bei verringerter Bewegung setzt die Umstrukturierung im Organismus ein, die Faszien verlieren an Elastizität, werden spröder, zeigen erste Verhärtungen, verfilzen und verkleben. Auch bei einer Fehl-Belastung setzt diese Reaktion ein und es kommt zu Einschränkungen der Bewegungsfähigkeit, Verletzungen sowie Schmerzen. Deshalb wäre es ratsam, frühzeitig mit dem Faszientraining zu beginnen. Jenes könnte demnach aus mehreren Gründen angewandt werden, darunter als Präventivmaßnahme, zur Regeneration oder Unterstützung bei körperlichen Einschränkungen. Die Zielgruppe ist deshalb genauso breit gefächert und umfasst sowohl junge Menschen als auch Senioren, Sport-Einsteiger oder Profis.

Faszientraining im Liegen

Während des Sportprogramms kommt es dann zu der Produktion von neuem Kollagen und damit verbunden zu mehr Mobilität, einem straffen Bindegewebe sowie mehr Elastizität. Obendrein verringert sich das Risiko für Verletzungen, Schmerzen werden gelindert und es entsteht eine verbesserte Körperwahrnehmung. Neben dem eigentlichen Faszientraining spielt allerdings auch das Stretching eine tragende Rolle, um den Körper vielfältig zu fördern.

Das Stretching – unverzichtbarer Bestandteil des Faszientrainings

Schon seit vielen Jahren gehört das Stretching zu jeder sportlichen Betätigung, denn es ist dazu da, die Muskulatur auf die folgenden Belastungen vorzubereiten und sie aufzuwärmen. Deswegen wird es für gewöhnlich vor jedem Sportprogramm für einige Minuten absolviert. Außerdem sollte es nach der jeweiligen Trainingsphase zum Einsatz kommen, damit die Muskulatur sich langsam entspannt und keine Krämpfe auftreten.

Meistens erfolgen die verschiedenen Stretching-Übungen in einer Zeitspanne von circa 20-30 Sekunden und werden dazu gleichmäßig gedehnt. Dadurch optimiert Stretching ebenfalls die Beweglichkeit von Sehnen, Gelenken und Muskeln, beugt Verletzungen vor oder hilft, das Bindegewebe elastisch zu halten. Daher wird es auch bei dem Faszientraining eingesetzt. Generell findet es dort sogar als eigenständige Übung statt, da jene Sportmethode auf mehreren Dehnungen aufgebaut ist. Es lässt sich darum durchaus von einer festen Kombination des Stretchings mit dem Faszientraining sprechen, deren Aufbau sich in einigen Teilen als identisch erweist. Die Fitness-Einheit gelingt jedoch nur unter Verwendung eines speziellen Equipments wie der Faszienrolle.

Die Faszienrolle – effektives Hilfsmittel für erfolgreiche Sportübungen

Hinter dem Begriff Faszienrolle verbirgt sich eine simple Schaumstoffrolle, die es in wandelbarer Ausführung zu kaufen gibt. Sie leistet einen wesentlichen Beitrag zu dem gleichnamigen Faszientraining und wird für die sogenannte Selbstmassage genutzt. Jene soll mithilfe sanfter Bewegungen und leichtem Druck die Verklebungen der Faszien lösen, die Straffung des Bindegewebes verbessern und den Bewegungsapparat mobilisieren. Zudem stimuliert sie die Durchblutung und steigert das Wohlbefinden der sportbegeisterten Personen.

Eine Faszienrolle gibt es inzwischen in variablen Formaten, darunter der gängige Rundzylinder, wechselhaften Materialien, Abmessungen und Härtegraden. Als Richtlinie gilt, Anfänger oder besonders empfindliche Menschen sollten eine Rolle mit niedrigem Härtegrad bevorzugen, während Leistungssportler den höchsten Härtegrad wählen und das mittlere Modell den herkömmlichen Standards entspricht. Der normale Durchmesser beträgt daraufhin ungefähr 30 cm und die Oberfläche ist glatt. Allerdings orientieren sich jene Charakteristiken hauptsächlich an der Statur sowie den Vorlieben des Sportlers.

Faszienrollen

Deshalb finden sich auch geriffelte Ausführungen mit leichtem Vibrations-Effekt oder abgewandelte Silhouetten in Form von Bällen. Unabhängig von dem gewählten Modell hat die Faszienrolle bei dem Training einen großen Einfluss auf die Wirksamkeit. Dazu müssen jedoch auch die Praktiken den Ansprüchen des Fitness-Programms nachempfunden werden.

Techniken und Ablauf – mit Facettenreichtum zu langfristiger Körper-Optimierung

Das Faszientraining besteht aus vier grundlegenden Elementen:

  1. Ausrollen
  2. Massage
  3. Dehnung
  4. Federn

Die Bezeichnungen der einzelnen Sporteinheiten können hierbei variieren, wenngleich die Technik gleich ist. Zu Beginn des Faszientrainings empfiehlt es sich stets, den Körper durch Stretching aufzuwärmen. Anschließend folgen die Übungen, die jedem Sport-Interessierten den nötigen Freiraum schenken, um sich zu entfalten.

So gehören die elastischen Sprünge zu der Sport-Einheit. Sie werden auch als „rebound elasticity“ betitelt und ahmen den Katapult-Effekt nach, der bei Kängurus zu finden ist. Dadurch werden die Faszien gestärkt und lassen sich für intensivere Belastungen trainieren. In welcher Form die Sprünge zum Einsatz kommen, obliegt erneut dem Sportler. Eine weitere Aufgabe innerhalb des Trainings ist wiederum das Stretching, denn es begünstigt die sanfte Streckung der verspannten Bereiche und fördert die Geschmeidigkeit der Faszien. Ebenso wichtig ist aber die vorsichtige Eigenbehandlung mit der Faszienrolle, wodurch der Körper schonend massiert und ausgerollt wird. Dies belebt zugleich den Kreislauf und verbessert das allgemeine Wohlbefinden.

Generell umfasst das Faszientraining dazu nur knapp 10 Minuten bei Neulingen, lässt sich aber zunehmend steigern. Ähnlich verhält es sich mit den Übungs-Intervallen. Idealerweise sollte das Fitness-Programm darum anfänglich zweimal wöchentlich absolviert werden. Speziell bei Profi-Sportlern oder Personen, die ihren Körper vielfältig trainieren wollen, wäre zudem eine Kombination mit anderen Sportmöglichkeiten wie Krafttraining sinnvoll.

Das Faszientraining selbst präsentiert aber bereits ab der ersten Anwendung kleine Erfolge und verhilft den Sportlern zu einer neuen Körperwahrnehmung. Schon drei Tage nach dem Faszientraining beginnt die gesteigerte Kollagen-Produktion, sodass in etwa 6 Monaten bei regelmäßiger Ausübung eine Kräftigung des Bindegewebes entsteht. Personen, die aber noch keine Erfahrungen mit einem derartigen Training haben, gesundheitlich vorbelastet oder eingeschränkt sind, müssen langsam mit den Übungen starten und sollten jene nur in Maßen durchführen. Damit es dabei nicht zu negativen Begleiterscheinungen kommt, ist die Anleitung eines Experten ebenfalls von Bedeutung.

Fachkundiger Fitnesstrainer – zuverlässiger Partner für optimales Faszientraining

Zwar kann ein Faszientraining auch eigenständig ausgeführt werden und lässt sich ohne großen Aufwand in den täglichen Zeitplan einbinden, aber für die korrekte Anwendung sollte ein Fachmann anwesend sein.

Gerade bei ungeübten Laien, Senioren oder Personen mit Problemen des Bewegungsapparats muss auf die richtige Körperhaltung und ein ausgewogenes Trainings-Konzept geachtet werden. Ansonsten könnte es zu einer Fehlbelastung, dem Überstrapazieren und schmerzhaften Nachwirkungen kommen. Der Fitnesstrainer besitzt allerdings ausreichende Fachkenntnisse, ist mit der Anatomie sowie sämtlichen körperlichen Problematiken vertraut und kann deshalb einen gezielten Fitnessplan erstellen. Somit absolviert jeder ein Faszientraining, das den persönlichen Voraussetzungen gerecht wird und einen Mehrwert spendet.

Die Ausbildung zum Fitnesstrainer an der SWAV eröffnet dafür allen Teilnehmern die Möglichkeit, zu einem qualifizierten Spezialisten zu werden, der seine künftigen Kunden professionell zu ihrer eigenen Leistungsfähigkeit bringt. Ohne Vorkenntnisse, aber mit abwechslungsreichen Themen wie dem Faszientraining und Stretching sowie vielen Praxis-Erfahrungen verfolgt die renommierte Akademie eine moderne Lernmethode und legt den Grundstein für eine erfolgreiche berufliche Laufbahn.

Beruhend auf der Zusammenarbeit mit einem so geschulten Fitnesstrainer bieten Faszientraining sowie Stretching jedem eine effiziente Sport-Praktik, die das wertvolle Bindegewebe kräftigt und regeneriert.

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